Aufbruch zum Gipfel
S1, F3: Die Expedition hat die Akklimatisation beendet. Die Bergsteiger können nun trotz der extremen Höhe mehr Sauerstoff aufnehmen und mehr Leistung bringen. Russell teilt seine Klienten in zwei Teams ein. Team 1 mit den stärkeren Kletterern Brett Merrell, Terry O’Connor und Mogens Jensen unter der Leitung von Bill Grouse. Team 2 mit Mark Inglis, Tim Medevetz und Max Chaya unter der Leitung von Mark Woodward. Jeder Kletterer bekommt einen Sherpa an seine Seite gestellt. Tim ist überglücklich nun doch dabei zu sein. Die Teams werden in 5 Tagesetappen den Gipfel erklimmen und dabei in 4 Camps übernachten. Russell warnt seine Klienten ein letztes Mal. 192 Menschen sind bis jetzt am Everest gestorben. Falls irgendjemand sich seinen Anordnungen widersetzt, oder mit übertriebenem Ehrgeiz operiert, wird er die Sherpa abziehen und keine Verantwortung übernehmen. Russell wird den Anstieg vom North Col aus per Fernglas und Funk wie ein Militärkommandant überwachen. Eine Puja, eine buddhistische Zeremonie, soll die Götter des Himalaja milde stimmen. Am nächsten Morgen bricht Team 1 auf. Russell ist nervös. Sein Freund, Bergführer Rob Hall, kam im berüchtigten Katastrophenjahr 1996 am Everest ums Leben. Danach hat Russell seine Taktik geändert. Jeder Kletterer ist mit einem Funkgerät ausgerüstet. Russell klettert im Gegensatz zu Rob Hall nicht mit, um einen klaren Kopf und die Übersicht zu behalten. Am nächsten Tag bricht Team 2 vom ABC auf, während Team 1 vom Camp 1/North Col zum Camp 2 aufsteigt. Auf dem breiten Schneegrat zwischen Camp1 und Camp 2 fällt Brett Merrell zurück. Dann kommt ein Sturm auf, der Bretts ohnehin schon schwacher Konstitution und Moral den Rest gibt. Brett gibt auf und kehrt ins Camp 1 zurück, wo Team 2 schon auf ihn wartet. Nur Tim ist wieder zurückgefallen. Während Team 1 am nächsten Tag zum ersten Mal mit Sauerstoffunterstützung zum Camp 3, und Team 2 zum Camp 2 aufsteigt, torkelt Brett ins ABC. Er ist extrem enttäuscht, dass er seinen Traum begraben muss. Team 2 erreicht Camp 3 (7900m), das sich fast zwischen den Felsen verliert und meist extremen Winden ausgesetzt ist. Wenn alles gut geht, wird Team 1 morgen von dort in die so genannte Todeszone vorstoßen. In der Todeszone ist der Sauerstoffgehalt der Luft nur noch 30%. Der Verdauungsapparat funktioniert nicht mehr und der Körper beginnt sich selbst zu verdauen. Regeneration ist nicht mehr möglich. Selbst hoch trainierte Bergsteiger können sich nur kurze Zeit in der Todeszone aufhalten.
