Folge 23/2012
'A 1 Spezial' informiert über Gefahren in Deutschlands größter Dauerbaustelle: Die Arbeiten an Deutschlands größter Dauerbaustelle A 1 zwischen Bremen und Hamburg gehen in die Schlussphase. Ende 2012 soll der dreispurige Ausbau des 72,5 Kilometer langen Autobahnabschnitts nach vierjähriger Bauzeit endlich fertiggestellt sein. Ein letztes Mal werden die Autofahrer auf der Hansalinie mit Beginn der Ferienzeit also vor eine Belastungsprobe gestellt. Mit einem 'A 1 Spezial' informiert 'auto mobil' über die besonderen Gefahren in den teilweise sehr engen Baustellen. Am Beispiel von schweren Unfällen, die sich in dem Baustellenabschnitt ereignet haben, zeigt der Sender auf, welche Folgen Unachtsamkeit, Leichtsinn und unangepasste Geschwindigkeit haben können. Um die Unfall-Problematik zu verdeutlichen, setzt VOX aufwendige 3-D-Animationen ein. Vor allem das viel zu dichte Auffahren der Lkw begünstigt die Unfallsituation. Neben zu geringen Sicherheitsabständen stellt die Autobahnpolizei Sittensen aber auch immer wieder Ablenkung und fehlende Aufmerksamkeit im Baustellenbereich fest. Polizeihauptkommissar Detlev Kaldinski: 'Das größte Problem der Brummifahrer ist die Monotonie. Deshalb neigen sie auch dazu, sich von elektronischen Geräten ablenken zu lassen.' Wie fatal das sein kann, beweist eine simple Berechnung des Beamten: 'In einer Sekunde bewegt sich ein Lkw bei 80 km/h rund 22 Meter vorwärts. Drei Sekunden dauert das Einstellen eines Radiosenders - das sind 66 Meter, in denen der Fahrer quasi wie im Blindflug unterwegs ist. Dazu kommen noch die Reaktionszeit und der Bremsweg. Oft ist dann der Crash nicht mehr zu verhindern.' Dabei fällt den Beamten auf, dass sich die schweren Auffahrunfälle unter Lkw-Beteiligung besonders nachmittags in Fahrtrichtung Bremen ereignen, wenn tief stehendes Gegenlicht die Fahrer zusätzlich blendet. 'Hinzu kommen die beginnende Ermüdung bei dem oft frühen Arbeitsbeginn der Trucker und der biologische Tiefpunkt nach der Mittagszeit', berichtet Kaldinski. In diesen Stunden verdoppeln sich die Unfallzahlen fast, ergibt eine interne Statistik der Polizei. Die Unfälle ereignen sich aber ebenso im gut ausgebauten 'Entspannungsbereich' zwischen den Baustellen. Also nicht nur in den engen Abschnitten, wo die Lkw-Fahrer physisch und psychisch angespannt sind. 'Die gut ausgebaute Autobahn in diesen Abschnitten gibt ein Gefühl trügerischer Sicherheit', so Kaldinski. Aufgezeigt werden in der Sendung aber nicht nur die häufigsten Fehler der Trucker. Ein weiteres Risiko ist das krasse Fehlverhalten von Autofahrern, deren knappe Überholmanöver Lkw-Fahrer immer wieder in brenzlige Situationen bringen. Besonders negativ aufgefallen sind der Polizei die Fahrer von Kleintransportern, die sich trotz enger Fahrspuren in den Baustellen ausschließlich links bewegen. 'Viele wissen gar nicht, dass sie durch ihr Verhalten Lkw-Fahrer in extreme Nöte bringen und mit ihrem Leben spielen', beschreibt Unfallanalytiker Martin Hitzemann von der Dekra in Hamburg. Gleiches gilt auch für Autofahrer, die zu knappen Überholmanövern ansetzen, dann aber nicht wissen, wie sie sie zu Ende bringen sollen. Dipl.-Ing. Hitzemann: 'An manchen Stellen haben Lkw-Fahrer große Probleme, ihr Fahrzeug selbst unter Kontrolle zu behalten. Wie sollen sie da die Fehler anderer korrigieren?'
