Neu Delhi
S1, F5: Indiens Hauptstadt Neu Delhi ist die am stärksten wachsende Stadt der Welt und ein Spiegel aller urbanen Probleme. Die Arbeitslosenquote ist hoch. Fast ein Viertel der Einwohner lebt in Slums oder auf der Straße, 50 bis 60 Prozent der Bevölkerung haben keinen Zugang zu Infrastruktur und Sanitäranlagen. Geplant für 250.000 Menschen, leben in Neu Dehli heute mindestens 18 Millionen. Täglich werden es mehr und vor allem an den Rändern dehnt sie sich die Stadt immer weiter aus. Aus Ländereien wurden zunächst Slums, dann dauerhafte Siedlungen. Die Stadt wächst unkontrolliert und ohne einen Masterplan immer weiter. Was fehlt ist irgendeine Art von Organisation, die das Zusammenleben dieser Millionen Menschen regelt. Trotzdem hat die Stadt bis heute keine einheitliche Stadtverwaltung, sondern besteht aus fünf Statutarstädten mit jeweils eigenen Verwaltungen. Eine echte Organisation der Stadt ist so kaum möglich. Mittlerweile haben die Bürger angefangen, die Dinge selbst in die Hand zu nehmen. Überall in Neu Delhi gibt es kleine Initiativen und Organisationen, die sich für ein besseres Leben in der Stadt engagieren. So organisiert der Verein Chintan zum Beispiel Müllsammler. Für die Ärmsten der Armen wurden so Arbeitsplätze geschaffen und gleichzeitig dafür gesorgt, dass die Stadt sauberer und gesünder wird. Die Gemeinnützige Organisation Goonje verfolgt ein vergleichbares Prinzip. Sie organisiert in einem der armen Stadtteile Indiens Hilfe für Menschen in Not. In dem Viertel Govindpuri organisieren sich die Einwohner, von der Wasserversorgung über Bildung bis zu gegenseitiger finanzieller Hilfe, komplett selbst, um das Leben so gut wie möglich zu machen und Kindern und Familien eine Perspektive zu bieten. Und ganz langsam beginnen auch Regierung und Verwaltung, die Dinge auf die Agenda zu heben, auf die eine Mega-Stadt Antworten braucht, von der Umweltverschmutzung über die Sicherheit, den Verkehr, Arbeit und Armut bis hin zur Regierbarkeit der Mega-City.
