FOLGE 1
Bären auf dem Vormarsch
Immer wieder wandern wilde Bären durch die Alpen nach Norden und durchstreifen dabei die Schweiz. Nicht alle Eidgenossen sind darüber glücklich, denn die großen Wildtiere hinterlassen Spuren: geplünderte Bienenstöcke, verschreckte Wanderer, getötete Haustiere. Schäfer fürchten um ihre Existenz. Dass einzelne Bären auch wieder bis nach Deutschland kommen, ist wahrscheinlich. Vor allem junge Männchen legen auf der Suche nach neuen Revieren weite Strecken zurück und könnten jederzeit bei uns auftauchen. So wie "Bruno", der im Frühjahr 2006 die Republik in Atem hielt: Es war die erste Sichtung eines wilden Bären in Deutschland, seit hier der letzte seiner Artgenossen vor 170 Jahren niedergestreckt wurde. Sein Schicksal wurde zum Politikum: Der damalige bayrische Ministerpräsident Edmund Stoiber erklärte Bruno zum "Problembären" und ließ ihn abschießen. Die Biologin Alexandra Sallay geht in Rumänien, dem Land mit dem höchsten Bärenbestand in der EU, den Fragen nach, ob und wie man in Europa wieder Seite an Seite mit Bären leben kann. Mehrere tausend Braunbären streifen hier noch durch die Karpaten, doch nicht alle bleiben im Wald. Einige zieht es immer wieder in Städte und Dörfer, wo sie den Müll der Menschen nach Fressbarem durchsuchen. Eine Situation, die durchaus gefährlich werden kann. Um Konflikten vorzubeugen, möchte Bärenforscherin Alexandra Sallay vom rumänischen LIFE-Ursus-Projekt eine Familie von "Müllbären" fangen und sie zurück in den Wald bringen.