Johnny Suede
Brad Pitt spielt in «Johnny Suede» den jungen Titelhelden, einen abgebrannten Sänger und Gelegenheitsgitarristen aus Brooklyn. Seine Unsicherheit kaschiert Johnny mit Posen: Wie seine Vorbilder Elvis und Ricky Nelson kämmt er sich eine grosse Haartolle und träumt davon, Rockstar zu sein. Eines Tages fallen dem Tagträumer ein paar schwarze, geschniegelte Wildleder-Schuhe vor die Füsse – genau was ihm noch für den perfekten Auftritt gefehlt hat. Als seine Freundin (Alison Moir) ihn wegen eines bekannten Fotografen sitzen lässt, trifft er auf die selbstbewusste Yvonne (Catherine Keener) und gründet mit seinem besten Kumpel Deke (Calvin Levels) eine Band. Allmählich begreift Johnny, dass es im Leben Wichtigeres gibt als Coolness und ein paar schicke Schuhe. Das Regiedebut des US-Independent-Regisseurs, Kameramanns und Musikers Tom DiCillo («Living in Oblivion») ist eine schräge Indie-Komödie voller Charme, Witz und surreal-verträumter Momente. Toll ist die Filmmusik, auch dank dem Auftritt von Nick Cave in einer Nebenrolle. Über seinen Helden schreibt Tom DiCillo: «Einer der Gründe, warum ich mich so darauf gefreut habe, mit Brad zu arbeiten, war, dass ich Johnny als jemanden darstellen wollte, der den Anschein erweckt, als hätte er alles im Griff, als läge ihm die Welt zu Füßen. Aber hinter dieser Fassade verbarg sich ein Mann, der keine Ahnung von irgendetwas hatte – insbesondere nicht von sich selbst.» Eine zentrale Rolle bei der Entdeckung von Brad Pitt spielte die Schweizer Produzentin Ruth Waldburger, die dafür sorgte, dass der damals noch unbekannte Brad Pitt die Hauptrolle bekam – wie es Tom DiCillo wollte und gegen den Willen der ursprünglichen amerikanischen Produzenten. Kurz danach wurde Brad Pitt zum Weltstar.
